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Was ist aus historischer Sicht zu den Osterereignissen zu sagen?

Was ist aus historischer Sicht zu den Osterereignissen zu sagen?

2m 50s

Ostern – was bedeutet das eigentlich? Das Wort kommt wahrscheinlich von „Morgenröte“. Das passt, denn in den Evangelien beginnt die Geschichte mit dem Sonnenaufgang: Drei Frauen gingen früh zum Grab von Jesus, um ihn zu salben. Aber das Grab war leer.

Historisch gesehen sind Ostergeschichten wie diese aber nicht die früheste Bezeugung der Osterereignisse. Diese Erzählungen sind ab etwa 40 Jahre nach Jesu Tod verfasst worden. Die älteste Erwähnung der Auferstehung findet sich dagegen in kurzen Glaubenssätzen. Sie sagen nur: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt. Punkt. Diese Glaubensätze finden sich in den Paulusbriefen und sind damit ab etwa...

Wie hat man sich eine Kreuzigung überhaupt vorzustellen?

Wie hat man sich eine Kreuzigung überhaupt vorzustellen?

2m 11s

Eine Kreuzigung war eine sehr brutale Strafe. Jesus von Nazareth erlitt sie wie viele andere Gekreuzigte in seiner Zeit.

Jesus wurde zuerst ausgepeitscht, also gegeißelt. Dabei benutzten die Römer eine Art Peitsche, in die Knochenstücke oder Bleikugeln eingeflochten waren. Das führte zu schweren Verletzungen und viel Blutverlust. Dann musste Jesus den Querbalken seines Kreuzes, das Patibulum, selbst tragen. Er trug ihn durch die Stadt Jerusalem bis zum Hügel Golgota. Wegen der Geißelung war er aber zu schwach. Deswegen musste ein Mann namens Simon von Cyrene den Balken für ihn tragen.

Auf Golgota angekommen, zog man Jesus nackt aus. Man band...

Welche Rolle spielten die jüdischen Autoritäten im Verlauf des Prozesses?

Welche Rolle spielten die jüdischen Autoritäten im Verlauf des Prozesses?

1m 43s

Im Prozess gegen Jesus von Nazaret spielten die jüdischen Autoritäten eine wichtige Rolle. Im Markusevangelium wird berichtet, dass Jesus nachts vor eine Versammlung von Hohepriestern, Ältesten und Schriftgelehrten gebracht wurde. Sie wollten Zeugenaussagen gegen Jesus finden, um ihn zum Tod verurteilen zu können. Obwohl viele Aussagen falsch waren und nicht übereinstimmten, entschied das gesamte Gremium gegen Jesus.

Darauf führten sie Jesus zum Hohepriester und es versammelten sich alle Hohepriester und Ältesten und Schriftgelehrten. Die Hohepriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können; sie fanden aber nichts. Viele machten zwar...

Wie liefen der Prozess und die Verurteilung Jesu ab?

Wie liefen der Prozess und die Verurteilung Jesu ab?

2m 25s

Die Kreuzigung war zur Zeit Jesus eine der schlimmsten Strafen. Man starb sehr langsam und qualvoll. Deshalb kreuzigten die Römer meistens keine eigenen Bürger. Sie richteten so vor allem Sklaven, Freigelassene, Räuber und Piraten hin. Diese Strafe sollte zeigen: “Passt auf, was ihr tut, sonst passiert euch das auch!” In Judäa und Galiläa waren die römischen Statthalter besonders streng. Sie kreuzigten nicht nur die Anführer von Aufständen, sondern auch deren Anhänger.

Jesus von Nazaret wurde wahrscheinlich wegen Aufruhrs und Hochverrats angeklagt. Das bedeutet, man beschuldigte ihn, gegen die römische Herrschaft zu sein und einen Aufstand zu planen. Am Kreuz hing...

Warum wurde Jesus zum Tode verurteilt?

Warum wurde Jesus zum Tode verurteilt?

2m 21s

Jesus wurde zum Tode verurteilt. Es gibt verschiedene Gründe dafür. Die Frage nach den Gründen ist nicht einfach und wird von vielen Experten diskutiert. Wir schauen uns die wichtigsten Punkte an.

Wer war schuld an der Verurteilung? Diese Frage ist heikel. Oft wurden “die Juden” beschuldigt. Das ist jedoch nicht korrekt. Historiker sagen, dass vor allem die Römer, besonders Pontius Pilatus, die Verantwortung hatten. Pilatus handelte aber auf Druck der jüdischen Führung. Es war also ein Zusammenspiel verschiedener Gruppen. Politik und Religion wurden in Jesu Zeit nicht klar auseinandergehalten, sondern gehörten zusammen. Man kann also nicht eindeutig sagen, ob die...

Wie hat man sich den Ablauf und den Hintergrund des letzten Mahls in Jerusalem vorzustellen?

Wie hat man sich den Ablauf und den Hintergrund des letzten Mahls in Jerusalem vorzustellen?

5m 4s

In dem berühmten Bild von Leonardo Da Vinci „Das Abendmahl“ (fertig 1487) sitzen Jesus und 12 seiner Jünger hinter einem langen Tisch und essen und trinken – Jesus in ihrer Mitte. Tatsächlich aber lagen die 13 Männer bei diesem Mahl auf Liegen, die man im Griechischen „Kliné“ nennt. Dieses gemeinsame Essen und Trinken war etwas Besonderes. Es war wahrscheinlich eine Art Abschiedsessen – ein Moment, der für alle Christen nach Jesu Tod sehr wichtig wurde.

Ob das Mahl genau am Pessach-Fest stattfand, wissen wir nicht. Nach dem Markusevangelium war das Mahl ein Pessach-Mahl, nach dem Evangelium des Johannes fand es...

Welcher historische Ablauf der letzten Tage Jesu ist der wahrscheinlichste?

Welcher historische Ablauf der letzten Tage Jesu ist der wahrscheinlichste?

2m 8s

Die letzten Tage Jesu in Jerusalem anlässlich eines Pessachfestes lassen sich durch die Berichte der vier Evangelien teilweise nachvollziehen. Hier ist eine Zusammenfassung:

Die jüdischen Autoritäten beschlossen, Jesus zu töten. Das steht im Markusevangelium (Mk 14,1). Zu dieser Zeit war Jesus in Betanien untergekommen.

Jesus aß ein letztes Mahl mit zwölf seiner Jünger. Nach dem Essen gingen Jesus und seine Jünger zum Ölberg. Jesus sagte voraus, dass Petrus ihn dreimal verleugnen würde, bevor der Hahn zweimal kräht (Mk 14,30).

Im Garten Getsemani wurde Jesus verhaftet. Judas Iskariot identifizierte ihn mit einem Kuss. Jesus wurde vor die jüdischen Autoritäten gebracht. Bei...

Was geschah in den Tagen vor der Kreuzigung?

Was geschah in den Tagen vor der Kreuzigung?

3m 9s

Jesus von Nazaret zog mit seinen Anhänger:innen nach Jerusalem, um das Pessachfest zu feiern. Pessach ist ein wichtiges Fest im Judentum. Sie gingen über Jericho und übernachteten in Betanien. Das ist ein Ort etwa 3 Kilometer von Jerusalem entfernt. Jesus wollte in Jerusalem seine Botschaft vom ankommenden Reich Gottes verkünden.

Jesus war in Jerusalem nicht sehr bekannt. Die Stadt hatte damals etwa 35.000 Einwohner. Zum Pessachfest kamen zusätzlich rund 125.000 Pilger. Jesus und seine Anhänger:innen waren also nur ein kleiner Teil dieser Menschenmenge.

Sein Einzug in die Stadt war etwas Besonderes. Die Menschen umjubelten ihn und riefen: Hosanna! Gepriesen, der...

Wie ist die Quellenlage für die letzte Woche Jesu zu beurteilen?

Wie ist die Quellenlage für die letzte Woche Jesu zu beurteilen?

2m 15s

Die Passionsgeschichte und hier besonders die Kreuzigung waren über die biblischen Texte hinaus bekannt. Zwei wichtige Quellen außerhalb der Bibel sprechen darüber:

Erstens der römische Historiker Tacitus. Er schrieb um das Jahr 115 über die Christen. Er sagte, dass der Name „Christiani“ von „Christus“ kommt. Christus – damit ist Jesus von Nazaret gemeint – wurde unter Kaiser Tiberius von dem „Prokurator“ Pontius Pilatus hingerichtet, so Tacitus. Tiberius regierte von 14 bis 37 nach Christus. Tacitus machte jedoch einen Fehler: Pilatus war kein „Prokurator“ (also ein Legionskommandant), sondern ein „Präfekt“ (somit Statthalter des Kaisers in Judäa). Tacitus empfand die Hinrichtung Jesu...

War Jesus ein Weisheitslehrer oder einfach ein weiser Mensch?

War Jesus ein Weisheitslehrer oder einfach ein weiser Mensch?

2m 36s

Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen. (Lk 2,52) Dieser Vers zeigt, dass den Evangelien die Weisheit, mit der Jesus handelte, wichtig war und diese überliefert werden sollte.

Der Bibelforscher Martin Ebner hat sich dabei mit der Frage beschäftigt, ob Jesus ein Weisheitslehrer, wie z.B. Jesus Sirach war oder „nur“ als weiser Mensch beschrieben werden sollte. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Jesus nicht im klassischen Sinn einem Weisheitslehrer entsprach, aber dass sein Handeln und Reden von einer besonderen Art Weisheit geprägt waren. Er konnte Sachfragen und Themen durch...